Bericht des Vorstandes
Sehr geehrte Aktionärin, sehr geehrter Aktionär,
im ersten vollen Jahr der Liberalisierung ist es uns gelungen, die sehr guten Ergebnisse des Jahres 2001 zu übertreffen, und das, obwohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen alles andere als förderlich waren. Konjunktur und Verbrauchszahlen stagnierten, zudem lösten zahlreiche Unternehmensskandale, vornehmlich in den USA, sowie die latente Kriegsgefahr am Persischen Golf eine Talfahrt der Kurse auf den wichtigsten Aktienmärkten aus.
Ähnlich schwierig gestaltete sich das energiewirtschaftliche Umfeld. Marktseitig setzte sich am europäischen Strommarkt auch 2002 der Druck auf die Margen fort. Die Tendenz zur Marktkonzentration hielt unverändert an. Darüber hinaus erschweren nach wie vor unterschiedliche Marktöffnungsgrade in den einzelnen Ländern einen fairen Wettbewerb innerhalb der Europäischen Union.
Unterstützend wirkte das weiterhin positive Preisniveau auf den internationalen Terminmärkten. Allerdings stiegen die Preise wesentlich moderater als noch in den Jahren zuvor. Die Zuwachsraten haben sich gegenüber dem Vorjahr in etwa halbiert. Dieser Trend wird sich kurz- und mittelfristig fortsetzen.
Der Verbund hat sich in diesem Umfeld hervorragend geschlagen. Unsere Strategie basiert auf drei Säulen: Stärkung und Ausbau des Kerngeschäftes, konsequente Fortsetzung des Restrukturierungskurses und Bildung von strategischen Partnerschaften. Ihr gemeinsames Fundament ist das Bekenntnis zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung.
Diese Strategie hat sich auch vor dem Hintergrund schwieriger Rahmenbedingungen bewährt, wie unsere erfolgreiche Bilanz für das Geschäftsjahr 2002 zeigt. Im Kerngeschäft ist es gelungen, unsere im europäischen Vergleich ohnehin schon sehr geringen Stromerzeugungskosten weiter zu reduzieren. Wir zählen heute zu den Elektrizitätsunternehmen mit den niedrigsten Erzeugungskosten in Europa. Darüber hinaus zeigen unsere Initiativen, umweltfreundlich erzeugten Wasserkraftstrom in Österreich und in Europa als Marke zu etablieren, erste Erfolge. Zertifizierte Wasserkraft erzielt einen Mehrwert am europäischen Strommarkt. Da die Europäische Union und viele weltweit tätige Organisationen ihre Aktivitäten zur Förderung von umweltfreundlich erzeugter Energie verstärken, sind wir zuversichtlich, in Zukunft noch stärker von diesem Trend profitieren zu können.
Im Stromgeschäft konnten wir in allen heimischen und internationalen Kundensegmenten Zuwächse erzielen.
In Österreich ist es gelungen, das Großhandelsgeschäft auf hohem Niveau zu steigern. Insgesamt haben wir mehr Strom an heimische Weiterverteiler geliefert als vor der Liberalisierung. Neben dem Verkauf an Landesgesellschaften wurde die Vertriebsoffensive mit Fokus auf Geschäftskunden weiter forciert. Mit unserer Vertriebstochter VERBUND-Austrian Power Vertriebs GmbH (APC) liegen wir im Geschäftskundensegment, das rund 70 % des gesamten österreichischen Endverbrauches umfaßt, nach nur zwei Jahren bereits auf Platz zwei hinter Wienstrom. Besonders erfreulich ist in diesem Segment die hohe Kundenzufriedenheit. Über 99 % der bereits belieferten Kunden haben sich auch 2002 wieder für APC entschieden.
Erfolge verzeichneten wir abermals absatz- und erlösseitig auf den Auslandsmärkten. Der Schwerpunkt lag dabei in den Nachbarstaaten. In Deutschland konnte bislang bereits mit knapp 10 % der 400 Stadtwerke eine Lieferbeziehung aufgebaut werden. Bedeutende Absatzausweitungen erzielten wir bei steigenden Preisen auch im slowenischen und italienischen Markt.
Schließlich eröffneten die Trading-Aktivitäten des Konzerns, die in erster Linie dem optimierten Absatz der Eigenerzeugung dienen, neue Absatz- und Beschaffungsmöglichkeiten im europäischen Markt.
Die Restrukturierung des Konzerns konnte erfolgreich fortgeführt werden. Alle wesentlichen Aufwandspositionen wurden entweder weiter reduziert oder auf einem bereits sehr tiefen Niveau weitgehend konstant gehalten. Nur die Schäden aus dem Jahrhunderthochwasser im August 2002 verursachten zusätzliche Einmalaufwendungen in Höhe von 14,0 Mio. €.
Im abgelaufen Geschäftsjahr haben wir aktiv Kooperationen verfolgt und strategische Partnerschaften gebildet.
Mit der Energie Steiermark Holding AG (ESTAG) haben wir unsere Kooperation über alle Wertschöpfungsstufen operativ umgesetzt. Im Zuge dieses Zusammenschlusses wurden die Wasserkraftwerke und die thermischen Erzeugungsanlagen der gemeinsamen Tochtergesellschaft Steiermärkische Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (STEG) und des steirischen Landesversorgers STEWEAG in die Verbund-Tochtergesellschaften VERBUND-Austrian Hydro Power AG (AHP) und VERBUND-Austrian Thermal Power GmbH & Co KG (ATP) gegen Anteilsgewährung eingebracht. Weiters wurden die verbleibenden Vertriebs- und Verteilaktivitäten in der Steiermark in der gemeinsamen Tochtergesellschaft STEWEAG-STEG GmbH fusioniert.
Mit der Salzburg AG konnte eine Verflechtung im Endkundenvertrieb durchgeführt und eine langfristige Lieferkooperation eingegangen werden.
Einen weiteren Schritt zur Konsolidierung des österreichischen Strommarktes und zur Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit haben wir gemeinsam mit den Partnern der EnergieAllianz in Form der ausverhandelten Österreichischen Stromlösung gesetzt. Die geplante Zusammenarbeit des Verbund und der EnergieAllianz-Partner erstreckt sich auf die Bereiche Kraftwerkseinsatzoptimierung, Stromhandel und Großkundenvertrieb. Die Hebung von Synergien läßt erhebliche Kostenvorteile erwarten. Die Österreichische Stromlösung ist von den Aufsichtsräten der Partnergesellschaften genehmigt. Anfang Dezember 2002 wurde das Projekt zur Zusammenschlußkontrolle in Brüssel eingereicht. Eine Entscheidung darüber wird in der ersten Hälfte 2003 erwartet.
Kommen wir nun zu den Highlights des Geschäftsjahres 2002. Die Zahlen verdeutlichen den Erfolg der eingeschlagenen Strategie. Der Umsatz stieg um 23 % auf 2.072,2 Mio. €. Das operative Ergebnis konnte trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Bedingungen und der Hochwasserschäden um 4,5 % auf 331,1 Mio. € erhöht werden. Unterstützend wirkte die – wie bereits in den Jahren davor – gute Wasserführung zur hydraulischen Stromerzeugung. Diese lag 11,0 % über dem langjährigen Durchschnitt. Signifikant konnte auch das Konzernergebnis um 34,3 % auf 115,3 Mio. € verbessert werden. Das entspricht einem Gewinn je Aktie von 5,03 € im Vergleich zu 3,74 € im Jahr 2001.
Die für die Unternehmenssteuerung maßgeblichen Kennzahlen Return on Capital Employed (ROCE) und Net Gearing (Verschuldungsgrad) konnten ebenfalls verbessert werden. Der Economic Value Added (EVA) zeigt eine Wertgenerierung im Ausmaß von 15,9 Mio. €.
An den guten Ergebnissen sollen auch die Aktionäre der Verbundgesellschaft teilhaben. Deshalb schlagen wir der Hauptversammlung vor, zusätzlich zur Basisdividende in Höhe von 1,25 €/Aktie die Ausschüttung eines Dividendenbonus in Höhe von 0,15 €/Aktie zu genehmigen. Insgesamt steigt die Dividende je Aktie dadurch um 12,0 % von 1,25 €/Aktie auf 1,40 €/Aktie. Die Ausschüttungsrate beträgt damit 27,9 %, die Dividendenrendite wird von 1,49 % auf 1,73 % erhöht. Das Ziel der weiteren Entschuldung des Konzerns wird dadurch nicht vernachlässigt.
Das Ergebnis ermöglicht auch die weitere Stärkung des Eigenkapitals. Eine Zuführung zu den Gewinnrücklagen in Höhe von 116,5 Mio. € aus einbehaltenen Gewinnen erhöht das Eigenkapital um 11,1 % auf 1.122,4 Mio. €. Damit wird die Kapitalstruktur erneut verbessert und der innere Werteaufbau vorangetrieben.
Sehr geehrte Aktionärin, sehr geehrter Aktionär!
Die Geschäftsergebnisse des abgelaufenen Jahres belegen nachdrücklich, daß der Konzern erfolgreich durch turbulente Zeiten gesteuert werden konnte. Dieser Erfolg war möglich, weil dazu alle Mitarbeiter ihren Beitrag geleistet haben.
Das Jahr 2003 wurde von der UNO zum „Internationalen Jahr des Wassers“ erklärt. Als einer der umweltfreundlichsten Stromdienstleister Europas haben wir unseren Geschäftsbericht deshalb diesmal der umweltfreundlichsten Ressource und gleichzeitig unserem Asset für die Stromerzeugung, dem Wasser, gewidmet.
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Dr. Johann Sereinig Mitglied des Vorstandes |
Dipl.-Ing. Hans Haider Sprecher des Vorstandes |
Dr. Michael Pistauer Mitglied des Vorstandes |
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Handel/Vertrieb Marketing Personalmanagement |
Erzeugung Neue Geschäfte/Beteiligungen Kommunikation |
Übertragung Controlling/Finanzen Investor Relations |
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