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Zwischenbericht 1/2003

Bericht des Vorstandes
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Bericht des Vorstandes
Sehr geehrte Aktionärin, sehr geehrter Aktionär,

die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen gestalten sich nach wie vor schwierig. Eine nachhaltige Erholung der Konjunktur ist nicht in Sicht und die Unsicherheit betreffend der weltpolitischen Entwicklung verursacht anhaltend hohe Volatilitäten auf den internationalen Kapitalmärkten.

Im Gegensatz dazu setzt sich die positive Geschäftsentwicklung des Verbund auch im Quartal 1/2003 weiter fort. Der Verbund kann, gestützt auf seine Ertrags- und Liquiditätskraft, selbst in wirtschaftlich und weltpolitisch turbulenten Zeiten eine stabile Geschäftsentwicklung mit steigenden Ergebnissen aufweisen. Die konsequente Umsetzung der Kostensenkungsmaßnahmen auf allen Wertschöpfungsstufen, begleitet von einer offensiven Internationalisierungsstrategie und der Diversifizierung des Stromabsatzes, tragen Früchte.

Im Stromgeschäft ist es gelungen, die Profitabilität trotz gleichbleibender Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahresquartal signifikant zu steigern. Gestützt auf eine gute Wasserführung im Quartal 1/2003, die um 14 % über dem langjährigen Durchschnitt lag (Quartal 1/2002: 12 %), konnten in beinahe allen Absatzsegmenten weiterhin Mengenzuwächse erzielt werden. Zusätzlich wurde das hohe Preisniveau auf den internationalen Spotmärkten genutzt. Die Strompreise im kurzfristigen Stromabsatz lagen über denen der Vergleichsperiode (Base Load: +28,8 %, Peak Load: +38,9 %) und damit auch über den Preisindikatoren für die mittel- und langfristigen Stromabsatzpreise (Forwards). Das ermöglichte nicht zuletzt auch einen profitablen Absatz der kurzfristig verfügbaren Mengen aus der Mehrerzeugung. Die Absatzmengen im Stromhandel blieben zwar im Quartal 1/2003 hinter den Vorjahreswerten zurück, werden sich aber bis Jahresende erholen und die Stromhandelsmenge des Jahres 2002 übertreffen. Insgesamt konnte der Deckungsbeitrag aus dem Stromgeschäft um 31,7 Mio. € oder 21,0 % gesteigert werden.

Die Wertsteigerung im Stromgeschäft und fortgesetzte Restrukturierungsmaßnahmen erhöhten das operative Ergebnis im Quartal 1/2003 um 8,8 % auf 91,0 Mio. €. Das Konzernergebnis stieg sogar um 151,4 % auf 71,5 Mio. €. Unterstützt wird diese positive Entwicklung des Konzernergebnisses durch Beteiligungserträge und durch Fremdwährungsverbindlichkeiten in Schweizer Franken und Japanischen Yen.

Die wesentlichen steuerungsrelevanten Kennzahlen des Konzerns konnten durch die positive Ergebnisentwicklung und durch den weiter fortgesetzten Schuldenabbau ebenfalls verbessert werden. Das Net Gearing (Verschuldungsgrad) sank von 268,1 % auf 215,5 % und die EBIT-Marge stieg aufgrund der verringerten Stromhandelsmengen von 13,8 % auf 15,2 % – trotz erstmaliger Berücksichtigung der Effekte aus der gesetzlich vorgeschriebenen Abwicklung der Ökostromregelung durch die VERBUND-Austrian Power Grid (APG). Da sich die Umsetzung der Ökostromregelung als weitgehend ergebnisneutral darstellt, wird die EBIT-Marge negativ beeinflußt.

Die geplante Stromlösung des Verbund mit den Partnergesellschaften der EnergieAllianz ist derzeit zur kartellrechtlichen Genehmigung in Brüssel anhängig. Eine endgültige kartellrechtliche Entscheidung wird für Juni 2003 erwartet. In ihren ersten Stellungnahmen läßt die Kommission erkennen, daß die geplante Partnerschaft einen Zusammenschluß und kein Kartell darstellt. Weiters folgt die Kommission in ihren Stellungnahmen bei der Definition des relevanten Marktes derzeit einer nationalen Marktbetrachtung. Die Anmelder vertreten aber nach wie vor die Ansicht, daß angesichts des hundertprozentigen österreichischen Marktöffnungsgrades der relevante Markt über Österreich hinausgehe und der Zusammenschluß wichtig für eine auch langfristig plurale Anbieterstruktur in Mitteleuropa sei.

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Die weltpolitischen Rahmenbedingungen sind derzeit immer noch sehr unsicher und eine nachhaltige, positive Entwicklung der Kapitalmärkte zeichnet sich nicht ab. Die guten Ergebnisse des Verbund im ersten Quartal lassen allerdings auch für das Gesamtjahr 2003 eine gute Geschäftsentwicklung erwarten. Das Preisniveau im Großhandelsmarkt zeigt eine weiterhin steigende Tendenz und auch das kurzfristige Preisniveau liegt höher als erwartet. Darüber hinaus sind die Absatzmengen in den einzelnen Vertriebskanälen steigend prognostiziert.

Die hervorragende Cash-Generierung ermöglicht einen gezielten Schuldenabbau weitgehend ohne Refinanzierungserfordernis, sodaß die Verschuldung des Konzerns stark reduziert werden kann. Risiken zeigen sich derzeit im Bereich des Sozialkapitals. Einerseits durch die schlechte Performance auf den Kapitalmärkten, andererseits durch die sich abzeichnende Pensionsreform, die zu einer Belastung für den Verbund führen kann.

Das operative Ergebnis soll nach derzeitigem Prognosestand auf Basis einer normalisierten Wasserführung 310 Mio. € erreichen. Das Konzernergebnis sollte durch die massive Entschuldung – im April werden geplante 400 Mio. €, im November geplante 150 Mio. € an Fremdmitteln getilgt – und durch den positiven Effekt aus dem Verkauf der EVN-Aktien bei geplanten 170 Mio. € zu liegen kommen. Das entspricht einem Gewinn je Aktie von 5,5 € und einer Erhöhung um 10 %.

Dr. Johann Sereinig Dipl.-Ing. Hans Haider Dr. Michael Pistauer

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