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Zwischenbericht 3/2003

Bericht des Vorstandes
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Bericht des Vorstandes

Sehr geehrte Aktionärin, sehr geehrter Aktionär,

das Quartal 3/2003 war für die europäische Elektrizitätswirtschaft im allgemeinen und für die Verbundgesellschaft im besonderen von außerordentlichen Ereignissen geprägt.

Eine Trockenperiode in den Monaten Juli bis September reduzierte in Österreich die stark vom Niederschlag abhängige Wasserkrafterzeugung erheblich und führte in ganz Europa zu einer Stromknappheit, die vor allem in Italien besorgniserregende Ausmaße annahm. Gleichzeitig kam es infolge von Hitze, Trockenheit und europaweiter Kapazitätsknappheit zu enormen Preisausschlägen und zu massiven Preiserhöhungen auf den internationalen Stromhandelsmärkten. Das kurzfristige Preisniveau lag um mehr als 20 % über dem des Vorjahres und auch die Forward Preise, die Indikatoren für die zukünftige Preisentwicklung sind stark gestiegen. Die Ursachen für die langfristige Entwicklung sind rückläufige Reservekapazitäten in Europa, die verstärkte Förderung erneuerbarer Energieträger sowie alle Maßnahmen zur Reduktion des CO2 Ausstoßes (Kyoto Protokoll). Zusätzlich kam es in Skandinavien, in Großbritannien und in Italien zu großflächigen Stromausfällen. Auch in Österreich führte der Ausfall einer Hochspannungsleitung in Ungarn zu einer kritischen Netzbelastung. Durch rasches Eingreifen der VERBUND-Austrian Power Grid AG (APG) konnte ein Stromausfall aber verhindert werden.

Diese Ereignisse zeigen deutlich, daß sich die Rahmenbedingungen für die europäische Stromwirtschaft seit Beginn der Strommarktliberalisierung erheblich verändert haben. Den sinkenden Erzeugungskapazitäten und der damit einhergehenden Reduktion der für das Funktionieren des Strommarktes notwendigen Reservekapazitäten muß in den nächsten Jahren entgegengewirkt werden. Deshalb ist mit steigenden Investitionen in den Netz- und Kraftwerksausbau zu rechnen. Damit diese langfristigen Investitionen betriebswirtschaftlich vertretbar sind, müssen die Regulierungsbehörden in Europa entsprechende Rahmenbedingungen schaffen.

Vor diesem turbulenten Hintergrund legt der Verbund eine weiterhin positive Ergebnisentwicklung für das Quartal 3/2003 vor. Das operative Ergebnis konnte um 5,9 % auf 234,2 Mio. € gesteigert werden. Belastend wirkte die aufgrund der extremen Trockenheit in den Sommermonaten geringe Wasserführung, sie lag um 14 % unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Erzeugungsausfälle aus den Laufkraftwerken konnten trotz stark gestiegener Erzeugung aus Speicher- und thermischen Kraftwerken nicht mehr vollständig ausgeglichen werden. Das straffe Kostenmanagement und die Ausnützung des steigenden Preisniveaus verbesserten das Ergebnis. Das gestiegene Preisniveau konnte allerdings mangels freier Mengen durch die Mindererzeugung bisher absatzseitig noch nicht voll lukriert werden, birgt aber für 2004 ein erhebliches Verbesserungspotential.

Absatzseitig ist es gelungen, in nahezu allen Kundensegmenten Zuwächse zu erzielen. Insbesondere am heimische Großhandelsmarkt konnten neuerlich zweistellige Zuwachsraten erreicht werden. Zusätzlich zur Steigerung des operativen Ergebnisses ist es auch gelungen, das Konzernergebnis erheblich zu verbessern. Dieses konnte durch die fortgesetzte Entschuldungspolitik – 2003 werden insgesamt 560 Mio. € Schulden ohne Refinanzierungserfordernis getilgt –, das weiterhin niedrige Zinsniveau sowie durch Kursgewinne um beachtliche 41,5 % auf 155,8 Mio. € erhöht werden.

Im Bereich der strategischen Partnerschaften wurde im abgelaufenen Quartal an der Erfüllung der Auflagen aus der Österreichischen Stromlösung gearbeitet. Insbesondere der Verkauf der Vertriebstochter VERBUND-Austrian Power Vertriebs GmbH (APC), der für die Umsetzung der Stromlösung aufschiebenden Charakter hat, wurde mit Nachdruck vorangetrieben. Nach der öffentlichen Ausschreibung des Verkaufs bekundeten bereits zahlreiche nationale und internationale potentielle Käufer ihr Interesse am Kauf der APC. Wir sind deshalb zuversichtlich, die Auflage der europäischen Kommission erfüllen zu können. Durch die Hebung von Synergien besteht ein zusätzliches Ergebnisverbesserungspotential für den Verbund.

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Ausblick

Für das Gesamtjahr 2003 sind wir trotz der extrem geringen Wasserführung in den Sommermonaten optimistisch, unsere Ergebnisprognosen einhalten zu können. Bei einer durchschnittlichen Wasserführung für das Restjahr erwarten wir ein im Vergleich zu 2002 geringfügig schwächeres operatives Ergebnis in Höhe von geplanten 320 Mio. € (2002: 331,1 Mio. €). Das Konzernergebnis sollte jedoch aufgrund der erheblichen Schuldenreduktion deutlich verbessert werden können und auf einem Niveau von geplanten 210 Mio. € (2002: 154,9 Mio. €) zu liegen kommen. Damit erwarten wir eine Steigerung des Gewinns/Aktie um 36 %. Der Verschuldensgrad soll geplante 190 % (2002: 251,8 %) erreichen und wird damit erstmals besser als der Sektordurchschnitt sein. Weiters gehen wir von einer erneuten Verbesserung des Return on Capital Employed und einer deutlichen Wertgenerierung durch Steigerung des Economic Value Added aus.

Dr. Johann Sereinig Dipl.-Ing. Hans Haider Dr. Michael Pistauer

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