Verbund

Ertragslage

Nachhaltig positive Entwicklung  [Geprüfter Inhalt]


2001 2002 2003
Umsatzerlöse 1.684,8 2.072,2 2.478,1
Operatives Ergebnis 316,7 331,1 321,6
Konzernergebnis 115,3 154,9 200,1
Ergebnis je Aktie (€) 3,74 5,03 6,51

Die Ertragslage entwickelte sich trotz der historisch extrem niedrigen Wasserführung hervorragend. Denn das Konzernergebnis konnte deutlich gesteigert werden, während das operative Ergebnis geringfügig um 2,9 % auf 321,6 Mio. € sank.

Negativ wirkte sich vor allem das durch die Hitzewellen im Sommer 2003 stark gesunkene Wasserdargebot der heimischen Flüsse aus. So lag die Wasserführung um 24 %-Punkte unter der des Vorjahres und um 13 %-Punkte unter der des langjährigen Durchschnitts. Die Fehlmengen mußten durch verstärkten Einsatz der teureren Speicher- und vor allem kalorischen Kraftwerke, zusätzlich aber auch durch Zukäufe zu hohen Großhandelspreisen kompensiert werden. So lag heuer die Ergebnisbelastung aus der geringeren Wasserführung im Vergleich zu einem Jahr mit durchschnittlichem Wasserdargebot bei rund 47 Mio. €. Druck auf das operative Ergebnis übten weiters die gesunkenen Netzerlöse, bedingt durch gesunkene Mengen aus Abtransportverträgen und Transiten, aus.

Positiv auf das operative Ergebnis hingegen wirkte sich die Erhöhung der Preise im europäischen Großhandel aus, die durch die extreme Trockenheit und Blackouts in einigen Ländern Europas ausgelöst wurden. Diese Preiserhöhung konnte in einigen 2003 abgeschlossenen Lieferverträgen bereits genutzt werden. Ergänzt wurde der positive Effekt wie schon in den Jahren zuvor durch ein straffes Kostenmanagement. So konnten der Personalaufwand, die Abschreibungen und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen abermals reduziert werden.

Durch diese kompensierenden Effekte sank das operative Ergebnis des Verbund, der rund 80 % seines Stroms in Wasserkraftwerken erzeugt, trotz der schlechten Wasserführung nur geringfügig.

Erheblich verbessert werden konnte der Gewinn vor Steuern, der um 51,8 % auf 315,7 Mio. € anstieg. Durch die positive Entwicklung der Fremdwährungen Schweizer Franken und Japanischer Yen wurden Kursgewinne erzielt, die zum Teil realisiert wurden. Ein deutlicher Erfolg war die Tilgung der Fremdmittel in Höhe von 555,3 Mio. €, die das Finanzergebnis erheblich entlastete und entsprechend der Entschuldungspolitik des Konzerns ohne Refinanzierungserfordernisse erfolgte.

Der Gewinn nach Steuern entwickelte sich mit einer Steigerung um 33,5 % auf 217,6 Mio. € ebenfalls deutlich positiv. Der effektive Steuersatz betrug 31,1 %. Das nach Berücksichtigung der Anteile anderer Gesellschafter verbleibende Konzernergebnis stieg ebenfalls deutlich um 29,2 % auf 200,1 Mio. €. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich damit auf 6,51 €.

Umsatzerlöse deutlich gestiegen  [Geprüfter Inhalt]

Die Umsatzerlöse konnten insgesamt um 19,6 % auf 2.478,1 Mio. € erhöht werden. Die Stromerlöse ohne Berücksichtigung der Ökostromerlöse stiegen um 12,4 % auf 1.986,6 Mio. €. Auf Basis des gestiegenen Großhandelspreisniveaus wurden sowohl in Österreich als auch in den europäischen Kernmärkten Deutschland, Slowenien, Italien und Frankreich durchwegs Absatzsteigerungen erzielt.

Der Konzern-Deckungsbeitrag im gesamten Stromgeschäft ging allerdings durch die aufgrund der Trockenheit verursachte gesunkene Eigenstromerzeugung aus Laufwasserkraftwerken zurück und reduzierte sich auf 709,3 Mio. €.

Mit inländischen Weiterverteilern erhöhte sich der Absatz deutlich um 11,5 % auf 24.051 GWh. Insbesondere an die Partnergesellschaften der EnergieAllianz konnte erheblich mehr Wasserkraftstrom verkauft werden. Die anderen Landesgesellschaften nahmen durchwegs geringere Mengen ab. Zusätzlich zu den Mengensteigerungen konnten in diesem Kundensegment die Erhöhung der europäischen Großhandelspreise an die Kunden weitergegeben werden, sodaß die durchschnittlichen Vertragspreise um 8,7 % gestiegen sind. Die für die Bepreisung in Österreich maßgeblichen Preisindikatoren stiegen beträchtlich. Die Jahresforward-Preise für Grundlastlieferungen erhöhten sich beispielsweise um 18 %, jene für den wertvolleren Spitzenstrom um 26 %.

Der Absatz an inländische Geschäftskunden mit einer Abnahmemenge von mehr als 0,1 GWh/Jahr erhöhte sich ebenfalls deutlich um 29,3 % auf 4.960 GWh. Stand bisher die Ausweitung von Marktanteilen im Fokus, war 2003 die Steigerung der Rentabilität vorrangiges Ziel. So wurden Kunden nur noch dann akquiriert, wenn eine Rückdeckung der erzielbaren Vertragspreise am Markt gesichert war.

Auch mit ausländischen Kunden konnten wieder neue Verkaufserfolge erzielt werden. In Deutschland, wo der Verbund vor allem im Verkauf an Stadtwerke aktiv ist, war es möglich, den Absatz um 34,0 % zu heben. Erfreulich war auch der Geschäftsverlauf im slowenischen Markt, in dem der Absatz bei steigendem Preisniveau deutlich gesteigert werden konnte. Slowenien hat den am stärksten liberalisierten Strommarkt aller neuen EU-Beitrittsländer und bietet daher für den Verbund gute Marktbedingungen. Der Fokus der Geschäftstätigkeit liegt in diesem Markt vor allem auf großen Industriebetrieben. Auch in Frankreich wurden höhere Umsatzerlöse erzielt. So konnten durch die zunehmende Öffnung des französischen Strommarktes neue Kunden gewonnen werden.

Die Stromhandelstätigkeit mit ausländischen Kunden ging um 10,0 % auf 31.359 GWh zurück. Der Grund waren unter anderem gestiegene Book-Out-Vereinbarungen, mit denen die Saldierung von nicht realisierten, mengenmäßig gleich hohen Kauf- und Verkaufsmengen mit demselben Geschäftspartner erfolgte.

Umsatzerlöse
 

Die Umsatzerlöse aus dem regulierten Netzbereich fielen um 10,9 % auf 231,4 Mio. €. Hauptursachen für den Rückgang waren der teilweise Entfall der europäischen Tarifregelung für grenzüberschreitende Energielieferungen und aperiodisch hohe Netzerlöse. Weiters kam es durch das Auslaufen von Abtransportverträgen zu zusätzlichen Umsatzrückgängen.

Erstmals wurden Umsatzerlöse aus der Ökostromförderung in Höhe von 208,4 Mio. € ausgewiesen. Die Netzgesellschaft des Verbund ist per Gesetz verpflichtet, die Ökostromförderung in Österreich abzuwickeln. Auf dieser Basis hebt der Verbund von Stromhändlern bzw. Verteilnetzbetreibern regulierte Ökostromzuschläge ein und leitet die eingehobenen Beträge an die Ökostromerzeuger weiter.

Aufwendungen für Strombezug und Brennstoffe wesentlich erhöht  [Geprüfter Inhalt]

Der Aufwand für Strombezug, Netzbezug und Brennstoffe ist insgesamt um 39,6 % auf 1.657,5 Mio. € gestiegen.

Der Strombezugsaufwand erhöhte sich dabei erheblich um 43,2 % auf 1.476,9 Mio. €. Durch die gesunkene Eigenerzeugung aus Laufwasserkraftwerken infolge der extremen Trockenheit mußten höhere Strommengen zu gestiegenen europäischen Großhandelspreisen zugekauft werden. Zusätzlich wurde in dieser Position erstmals der Aufwand für den Ökostrombezug berücksichtigt.

Der Brennstoffaufwand ist ebenfalls stark um 16,2 % auf 115,7 Mio. € gestiegen, da die thermischen Kraftwerke zum Ausgleich für die unterdurchschnittliche Laufwasserkrafterzeugung verstärkt eingesetzt wurden. Wegen der gestiegenen Großhandelspreise für Strom war es jedoch möglich, im Vergleich zum Vorjahr höhere Deckungsbeiträge aus der thermischen Erzeugung zu erzielen.

Personalaufwand geringfügig gesunken  [Geprüfter Inhalt]

Der Personalaufwand ist insgesamt um 1,5 % auf 263,7 Mio. € leicht gesunken.

Dabei konnte der Aufwand für Löhne und Gehälter trotz einer 2,1 %igen Kollektivvertragserhöhung um 7,5 % auf 196,0 Mio. € reduziert werden. Der Personalstand wurde um 147 Arbeitnehmer vor allem über sozialverträgliche Vorruhestandsmaßnahmen reduziert. Seit Beginn der Liberalisierung sank die Anzahl der Mitarbeiter um 35,6 %.

Der Aufwand für Abfertigungen und Pensionen ist hingegen um 21,7 % auf 67,7 Mio. € gestiegen. Für das angebotene Vorruhestandsmodell mußten Vorsorgen in der Höhe von 34,4 Mio. € gebildet werden. Diese Maßnahme entlastet jedoch den Aufwand für Abfertigungen und Pensionen in den Folgejahren.

Sonstiger betrieblicher Aufwand gesunken  [Geprüfter Inhalt]

Der sonstige betriebliche Aufwand ist von einem ohnehin bereits tiefen Niveau um 12,4 % auf 144,9 Mio. € gesunken. Diese Position wurde 2002 durch einmalige Aufwendungen für die Hochwasserschäden in Höhe von 14,0 Mio. € belastet. Zusätzlich konnten allerdings erneut Einsparungen vor allem im Verwaltungsbereich in Höhe von 6,5 Mio. € erzielt werden.

Finanzergebnis deutlich verbessert  [Geprüfter Inhalt]

Das Finanzergebnis, das Finanzierungs-, Beteiligungs- und Ergebnis aus Finanzinvestitionen umfaßt, konnte als Folge der Entschuldungspolitik des Konzerns signifikant um 95,2 % auf 5,9 Mio. € verbessert werden.

Das Finanzierungsergebnis wurde dabei um 71,3 % auf 35,6 Mio. € entlastet. Hauptverantwortlich dafür war der hohe Free Cash-flow, der die Tilgung von 555,3 Mio. € an Fremdmitteln weitgehend ohne Refinanzierungserfordernis ermöglichte. Einen weiteren positiven Effekt bewirkte die Entwicklung der Fremdwährungen Schweizer Franken und Japanische Yen, die sich im Vergleich zum Euro deutlich schwächer zeigten. Durch daraus realisierte und bewertungsbedingte Kursgewinne konnte das Finanzergebnis um 62,4 Mio. € entlastet werden. Die positive Kursentwicklung wurde zur weitgehenden Absicherung der Schweizer-Franken-Verbindlichkeiten genutzt, und somit die zukünftige Volatilität des Finanzergebnisses reduziert.

Schließlich führte das niedrige Zinsniveau zu einer Reduktion der Zinsbelastung aus den variabel finanzierten Fremdmitteln. Im Verbund sind 17,1 % der gesamten Fremdmittel variabel verzinst.

Das Beteiligungsergebnis stieg um 16,5 Mio. € auf 22,2 Mio. €. Hauptverantwortlich dafür war die endgültige Veräußerung der Aktien der EVN AG, die über dem Anschaffungswert erfolgte.

Das Ergebnis aus Finanzinvestitionen, das im wesentlichen die Performance für die Deckung der Pensionsansprüche gehaltenen Wertpapiere enthält, entwickelte sich ebenfalls positiv. Nachdem 2002 aufgrund der schwachen Kapitalmärkte eine Abwertung der Wertpapiere durchgeführt werden mußte, kam es 2003 zu einer Aufwertung. Dadurch verbesserte sich das Ergebnis aus Finanzinvestitionen von -4,7 Mio € auf 7,5 Mio €.