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Europa

Integration statt Akquisition  [Geprüfter Inhalt]

Der deutliche Rückgang von Fusions- und Akquisitionsaktivitäten zeigt, daß die Konsolidierung des Stromsektors ihren Höhepunkt bereits überschritten hat. Durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der amerikanischen Energieunternehmen bedingt, verschwanden vor allem die Interessenten aus Übersee vom europäischen Markt. Gleichzeitig müssen die großen europäischen Unternehmen ihre Expansionen der letzten Jahre erst verarbeiten; in der Folge reduzierte sich ihre internationale Kaufbereitschaft deutlich. Es kam vermehrt zu nationalen Zusammenschlüssen. Man suchte verstärkt eine vertikale Integration, die die gesamte Wertschöpfung von der Erzeugung bis zum Endverbraucher umfaßt. So kaufte Powergen den Stromverteiler Midlands Electricity, Sydkraft den fünftgrößten schwedischen Versorger Graninge; Electrabel übernahm Sibelga, den städtischen Strom- und Gasversorger Brüssels. Auch in Italien und Spanien fusionieren zunehmend Produzenten mit lokalen Endverteilern. Außerdem gibt es deutliche Anzeichen, daß sich sowohl Italien als auch Frankreich darum bemühen, die Privatisierung der staatlichen Energieunternehmen Enel beziehungsweise EDF voranzutreiben.

Eine neue Zunahme von Fusions- und Akquisitionsaktivitäten könnte durch die weitere Liberalisierung der neuen Mitgliedstaaten sowie die Integration von Ländern wie Bulgarien, Rumänien und den Balkanstaaten in die Europäische Union ausgelöst werden. Die strategische Ausrichtung der Unternehmen läßt einen deutlichen Rückzug auf das Kerngeschäft Elektrizität und Gas erkennen. Dies wird etwa am Beispiel der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) deutlich, die mit der Reduktion ihres Beteiligungsportfolios um 143 von insgesamt 395 Gesellschaften eine klare Entscheidung zur Vereinfachung der Konzernstruktur traf. Derzeit stellen sich nur wenige europäische Unternehmen dem Markt als Multi-Utility.

Deutliche Steigerung der europäischen Strompreise  [Geprüfter Inhalt]

Die Trockenheit im Sommer führte in weiten Teilen Europas nicht nur zu einer Mindererzeugung in Wasserkraftwerken, sondern wegen Kühlwasserproblemen auch zu Ausfällen beziehungsweise Leistungsreduzierungen in kalorischen und nuklearen Erzeugungseinheiten. Dadurch stiegen die Spotmarktpreise an den europäischen Strombörsen gegenüber dem Vorjahr um rund ein Drittel an.

Auch am Terminmarkt verzeichnete man 50 % Preissteigerung für Jahresbandlieferungen. Neben den erhöhten Primärenergiekosten für Steinkohle und Gas liegen die Gründe vor allem in der allgemeinen Einschätzung, daß die vorhandenen Reservekapazitäten in Europa allmählich zur Neige gehen und der grenzüberschreitende Handel aufgrund von Netzengpässen nur eingeschränkt möglich ist. Den größten Unsicherheitsfaktor stellt aber der ab 2005 startende Handel mit CO2-Zertifikaten dar. Experten schätzen die Preise für ein Emissionszertifikat (1 Tonne CO2) auf 10 bis 25 €. Man erwartet, daß diese zusätzlichen Kosten signifikante Preissteigerungen am gesamten Strommarkt verursachen werden.

 

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