Start > Abschluss > Anhang > Risiken / Risiko-Management > Finanzinstrumente

Finanzinstrumente

Finanzinstrumente zum Risikomanagement  [Geprüfter Inhalt]

Zu den im Konzern bestehenden originären Finanzinstrumenten zählen im wesentlichen Finanzanlagen wie Wertpapiere, Ausleihungen und Beteiligungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Guthaben bei Kreditinstituten, verbriefte und nicht verbriefte Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die derivativen Finanzinstrumente aus dem Finanzbereich setzen sich wie folgt zusammen und sind in den folgenden Bilanzpositionen erfaßt:

  31.12.2003 31.12.2002
  Referenzwert
(in Fremdwährung)
Zeitwert (in T€) Zeitwert (in T€)
Sonstige Forderungen      
Zinsswap Cross Border Leasing (Fixzinsempfänger)* 215,8 Mio. USD 53.507 74.134
Zinsswap (Fixzinsempfänger)* 9.000,0 Mio. JPY 2.754 6.548
 
Sonstige Verbindlichkeiten      
Zinsswap (Fixzinszahler)* 199,8 Mio. DEM 1.591 3.967
Cross Currency Swaps 250,0 Mio. DEM 9.048 20.537
  250,0 Mio. CHF 350 0
Kombinierter Zins-/Währungsswap 250,0 Mio. CHF Aufgelöst 38.806
Devisentermingeschäft 100,0 Mio. CHF 1.774 0
  213,0 Mio. CHF 9.149 0
Devisentermingeschäft Cross Border Leasing* 52,2 Mio. USD 16.908 8.098
*Hedge Accounting nach IAS 39

Alle angeführten Derivativgeschäfte dienen ausschließlich zur wirtschaftlichen Absicherung von bestehenden Währungs- und Zinsänderungsrisiken. Zum Teil wurde für die angeführten Geschäfte Hedge Accounting nach IAS 39 angewendet.

Die Wertschwankungen dieser Sicherungsgeschäfte werden durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen. Die Wertveränderungen der Geschäfte, für die kein Hedge Accounting erfolgt, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfaßt.

Der Referenzwert umfaßt die Bezugsbasis der zum Bilanzstichtag offenen derivativen Instrumente. Die tatsächlich fließenden Beträge stellen nur einen Bruchteil dieser Werte dar.

Im Berichtsjahr wurde ein bestehendes Derivativgeschäft (kombinierter Zins-/Währungsswap) vorzeitig gegen eine Zahlung von 17,0 Mio. € aufgelöst und dabei eine Bewertungsvorsorge in Höhe von 21,8 Mio. € erfolgswirksam verrechnet.


> Schwerpunkte Risikomanagement
> Geschäftspolitische Risiken
 
 

Kreditrisiko  [Geprüfter Inhalt]

Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar. Im Rahmen des konzernweiten Risikomanagements wird das Kontrahentenrisiko im Stromund Netzgeschäft sowie im Finanzbereich konzerneinheitlich bewertet und überwacht. Geschäfte werden, von Bagatellbeträgen abgesehen, prinzipiell nur mit Kunden ausreichender Bonität entweder nach einer internen Bonitätsüberprüfung oder auf Basis eines externen Investment Grade Ratings einer internationalen Ratingagentur (Moody’s, Standard & Poor's) abgeschlossen. Dabei wird für jeden Kontrahenten ein individuelles Limit vergeben, welches konzernweit überwacht wird. Geldmarktveranlagungen werden ebenfalls nur mit Finanzpartnern mit geprüfter Bonität abgeschlossen. Auf Basis von Ausfallswahrscheinlichkeiten – berechnet von internationalen Ratingagenturen – erfolgt eine Beobachtung des gesamten Kontrahentenrisikos und des Kundenstrukturportefeuilles. Entspricht die Bonitätsbeurteilung oder das Rating nicht den gestellten Anforderungen, werden Geschäfte nur auf Basis einer ausreichenden Besicherung (z.B. Vorauszahlungen, Bankgarantien, Patronatserklärungen) abgeschlossen. Durch diese Kontrahentenanforderung werden Ausfallsrisiken minimiert. Durch abgeschlossene Aufrechnungsvereinbarungen erfolgt eine weitere Risikoreduzierung. In der Regel wird das Kontrahentenrisiko nicht versichert.

Zinsenänderungsrisiko  [Geprüfter Inhalt]

Der Verbund betrachtet Schwankungen des Zinssatzes als wesentliches Cash-flow-Risiko. Die Risikomanagementregelungen sehen vor, daß maximal 25 % der Finanzverbindlichkeiten variabel verzinst sein dürfen. Per 31.12.2003 beträgt der Anteil der Finanzverbindlichkeiten, bei denen der Verbund ein entsprechendes Zinsrisiko trägt, rd. 17,1 %.

Eine detaillierte Darstellung der Finanzverbindlichkeiten samt Fair Values kann der Tabelle in Punkt (25) entnommen werden. Die durchschnittliche Restlaufzeit des Gesamtportefeuilles ohne Geldmarktpositionen beträgt 4,1 Jahre. Zu einer variablen Kreditaufnahme besteht zur Absicherung der Zahlungsströme ein Zinsswap (variabel auf fix). Dieses Derivat wurde als "Cash-flow Hedge" eingestuft. Es ist mit dem beizulegenden Zeitwert in der Bilanz angesetzt. Wertänderungen werden direkt im Eigenkapital erfaßt. Zum Bilanzstichtag beträgt der Zeitwert dieses Zinsswaps minus 1,6 Mio. € (Vorjahr: minus 4,0 Mio. €).

Weitere Zinsswaps bestehen im Zusammenhang mit der Vorfinanzierung von Baukostenbeiträgen für Rechnung der Republik Österreich sowie im Zusammenhang mit den Cross Border Leasing-Transaktionen. Diese Zinsswaps werden als Fair Value Hedges qualifiziert. Der Zeitwert dieser Derivativgeschäfte bildet mit den zugehörigen Wertpapieren, Ausleihungen und Forderungen jeweils eine Mikrobewertungseinheit, die dem bilanzierten Fair Value der Finanzverbindlichkeit exakt entspricht.

Währungsänderungsrisiko  [Geprüfter Inhalt]

Auf der Aktivseite ergeben sich keine Risiken aus der Währungsänderung, da Lieferungen nahezu zur Gänze auf €-Währungsbasis abgewickelt werden. Gleiches gilt grundsätzlich für die übrigen originären Finanzinstrumente.

Da die mit den Cross Border Leasing-Transaktionen im Zusammenhang stehenden Vermögenswerte (Finanzanlagen, Ausleihungen) und Verpflichtungen ausschließlich in USD notieren bzw. entsprechende Sicherungsgeschäfte abgeschlossen wurden, entsteht daraus kein Währungsänderungsrisiko.

Anders stellt sich die Situation auf der Passivseite dar. Die Finanzierung in Fremdwährung hat für den Verbund aufgrund des gegenüber €-Finanzierungen positiven Zinsdifferentials eine wesentliche Bedeutung. Dabei wird auf die Absicherung des Währungsrisikos voll oder teilweise verzichtet. In den vergangenen wie auch im Berichtsjahr führte diese Strategie auch unter Einrechnung ungünstiger Kursentwicklungen zu erheblichen Zinsvorteilen bzw. wesentlich besseren Effektivkosten gegenüber herkömmlichen €-Finanzierungen.

Die Risikomanagementregelungen im Verbund sehen für die Fremdwährungsanteile bei den Finanzverbindlichkeiten (exkl. Cross Border Leasing-Transaktionen) Höchstwerte für die jeweiligen Währungsanteile vor. Es erfolgten keine Überschreitungen dieser Grenzen.

Per 31.12.2003 stellt sich das Fremdwährungsrisiko der gesamten Finanzverbindlichkeiten ohne Berücksichtigung der die Republik Österreich betreffenden Finanzverbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Vorfinanzierung von Baukostenbeiträgen und ohne Zinsabgrenzungen wie folgt dar:

  31.12.2003 31.12.2002
  Fremdwährung Fremdwährung
Schweizer Franken CHF 320,0 205,4 CHF 983,1 696,7
Japanische Yen JPY 15.000,0 111,1 JPY 15.000,0 120,6
Gesamtsumme   316,5   817,3

Durch die ständige Beobachtung der Finanzmärkte und die rasche Reaktion auf positive Währungsänderungen konnte mit dem Einsatz von Derivativgeschäften (Devisentermingeschäfte und Cross Currency Swaps) im Berichtsjahr das wirtschaftliche Währungsänderungsrisiko beträchtlich gesenkt werden. Neben den oben angeführten Beträgen bestehen noch weitere CHF-Verbindlichkeiten im Ausmaß von 563,1 Mio. CHF, für die durch Sicherungsmaßnahmen die EUR-Rückzahlungsbeträge fixiert werden konnten. Es unterliegt somit ein Betrag von 320 Mio. CHF dem Fremdwährungsänderungsrisiko. Aufgrund der noch langen Restlaufzeit im JPY-Bereich wurden für diese Währung noch keine Sicherungsmaßnahmen gesetzt.

Sensitivitätsanalyse  [Geprüfter Inhalt]

Bei der Konditionengestaltung im Bereich der Finanzverbindlichkeiten wird auf den zuvor angeführten zumindest 75 %igen Anteil von fix verzinslichen Verbindlichkeiten geachtet. Durch den Einsatz von Sicherungsinstrumenten wird versucht, die Auswirkung von kurzfristigen Marktpreisschwankungen auf die Ertragslage weiter zu verringern. Länger andauernde negative Marktpreisveränderungen können jedoch die Ertragslage verschlechtern.

Ein Zinsanstieg um einen Prozentpunkt würde bei dem zum Bilanzstichtag bestehenden Kreditportefeuille unter Berücksichtigung der bestehenden Zinsswaps zu einem um 2,8 Mio. € p.a. (Vorjahr: 2,9 Mio. € p.a.) geringeren Ergebnis führen.

Bei einem Anstieg des Verhältnisses von CHF und JPY zum € um jeweils 1 % würde sich unter Berücksichtigung der bestehenden Devisentermingeschäfte das Ergebnis um rd. 3,2 Mio. € (Vorjahr: 10,2 Mio. €) verschlechtern.

Zeitwerte  [Geprüfter Inhalt]

Die Zeitwerte der Finanzverbindlichkeiten (Fair Value) können der Tabelle in Punkt (25) entnommen werden. Die Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente können der im Abschnitt "Finanzinstrumente" dargestellten Tabelle entnommen werden. Der Zeitwert der übrigen originären Finanzinstrumente entspricht aufgrund der täglichen beziehungsweise kurzfristigen Fälligkeiten im wesentlichen dem Buchwert.

 

Alle Online-Berichte Alle Online-Berichte   Bericht Bewerten Bericht Bewerten   Disclaimer Disclaimer   Impressum Impressum