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Ausblick

Chancen  [Geprüfter Inhalt]

2003 war für den Verbund trotz der deutlich unterdurchschnittlichen Wasserführung ein hervorragendes Jahr. Die positive Unternehmensentwicklung der letzten Jahre, die vor allem als Ergebnis der erfolgreichen Positionierung im europäischen Strommarkt zu werten ist, wird auch in Zukunft weitergeführt. Die Rahmenbedingungen der europäischen Strombranche sollten den Verbund dabei unterstützen.

Die Entwicklung der europäischen Großhandelspreise, ein wesentlicher Werttreiber für den Verbund, zeigt einen nachhaltig steigenden Trend. Dafür gibt es mehrere Gründe: Sinkende Reservekapazitäten, steigende Kosten für Primärenergieträger und die erwarteten Mehrkosten für die Strombranche im Zusammenhang mit der verpflichtenden Reduktion der Treibhausgase in Europa.

Zusätzlich werden die Erzeugungskosten des Verbund, die weitgehend unabhängig von der Kostenentwicklung der Primärenergieträger sind, weiterhin fallen. Der Grund dafür ist die fortgeführte Schuldentilgung in Verbindung mit einem rigorosen Kostenmanagement.

Mit unserem in Europa umweltfreundlichen Wasserkraftwerkspark haben wir hervorragende Voraussetzungen, um von der Förderung der erneuerbaren Energieträger zu profitieren. Bereits heute sind Kunden bereit, Wasserkraftstrom vom Verbund mit einem Aufschlag auf den Marktpreis abzunehmen. Der Beschluß der Europäischen Union, den Aufbringungsmix der Stromversorger verpflichtend für Kunden transparent zu machen, wird diesen Trend verstärken.

Im Stromgeschäft ist der Verbund gut positioniert und wird von den steigenden Chancen des liberalisierten europäischen Strommarkts profitieren. Im Inland ist der Konzern Marktführer im Großhandel, im Segment der Geschäftskunden, das rund 70 % des heimischen Endkundenmarktes ausmacht, zählt er zu den drei führenden.

Im Auslandsmarkt konnte der Verbund seit Beginn der Strommarktliberalisierung vor allem in Deutschland, Italien, Slowenien und mittlerweile auch in Frankreich maßgebliche Geschäftserfolge erzielen. Die zunehmende Marktöffnung der europäischen Strommärkte und die Integration der osteuropäischen Staaten bieten für den Verbund neue Möglichkeiten der Kundenakquisition.

Die Konsolidierung des heimischen Strommarkts durch die Umsetzung der österreichischen Stromlösung wird für das Unternehmen ebenfalls positive Auswirkungen zeigen. Der Verbund wird mit der Umsetzung unter die Top Ten der Stromversorger in Europa aufsteigen und durch die Hebung von Synergien in Höhe von rund 40 Mio. € pro Jahr eine nachhaltige Ergebnisverbesserung erzielen.

Ziele  [Geprüfter Inhalt]


  Einheit Ziel 2004 Ziel 2006
Umsatzerlöse Mio. € 2.700,0 -
Gewinn je Aktie 5,5 -
Net Gearing % 130,0 100,0
Investitionen ins Sachanlagevermögen Mio. € 100,0 155,0
*Planung auf Basis Erzeugungskoeffizient = 1,00

Vor diesem Hintergrund sollen 2004 die Umsatzerlöse auf geplante 2,7 Mrd. € (2003: 2,5 Mrd. €) steigen. Der Gewinn je Aktie – 2003 durch Kursgewinne positiv beeinflußt – soll bei einer Planung ohne Währungsschwankungen bei 5,5 € (2003: 6,5 €) liegen. Durch die fortgeführte Entschuldung des Konzerns soll auch eine weitere Verbesserung der Kapitalstruktur erreicht werden. Das Net Gearing, das Verhältnis von verzinslichem Fremdkapital zu Eigenkapital, soll 2004 auf geplante 130,0 % (2003: 160,5 %) und bis 2006 auf geplante 100,0 % gesenkt werden. In dieser Prognose sind keine möglichen Akquisitionen oder Anteilskäufe berücksichtigt. Die Investitionen ins Sachanlagevermögen sollen 2004 auf geplante 100 Mio. € (2003: 77 Mio. €) steigen.

Geschäftspolitische Risiken für 2004  [Geprüfter Inhalt]

Mit Ökostromregelung, Emissionszertifikategesetz und Wasserrahmenrichtlinie wurden drei RISIKEN identifiziert, die das Geschäftsergebnis 2004 negativ beeinflussen können.

Die Ökostromregelung, die per Gesetz von den drei Regelzonenführern und somit auch von der VERBUND-Austrian Power Grid AG (APG) umzusetzen ist, regelt die Förderung von Ökostrom in Österreich. Mittels festgelegter Sätze zahlt der Verbund den Ökostromerzeugern über dem derzeitigen Marktpreis liegende Tarife. Der Verkauf des Ökostroms erfolgt mittels geregelter Tarife an alle Stromhändler. Zusätzlich heben alle Netzgesellschaften gesetzlich geregelte Zuschläge ein, welche an den Verbund abgeführt werden. Für 2004 werden die von den Netzbetreibern und den Stromhändlern eingehobenen Tarife die Kosten nicht abdecken, da der Ausbau der Ökostromanlagen unerwartet rasch voranging und die Förderzuschläge durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) bisher noch nicht angehoben wurden. Bis zu einer Klärung der Finanzierung für den Zuwachs 2004 bzw. bis zu einer entsprechenden Gesetzesänderung setzte der Verbund Maßnahmen, um sein Risiko zu reduzieren.

Der Emissionshandel, der durch die EU-Emissionshandelsrichtlinie festgelegt wurde und durch das noch zu beschließende nationale Emissionszertifikategesetz umgesetzt wird, soll dazu beitragen, daß Österreich und die anderen EU-Länder die im Kyoto-Protokoll vereinbarten Emissionsziele kosteneffizient erreichen können. Österreich hat sich für die Periode 2008 bis 2012 zu einer CO2-Reduktion von 13 % gegenüber 1990 verpflichtet. Im Rahmen eines von der Europäischen Kommission freizugebenden ersten nationalen Allokationsplans wird, vorab für die Periode 2005 bis 2007, den thermischen Erzeugungsanlagen der VERBUND-Austrian Thermal Power GmbH & Co KG (ATP) eine bestimmte Gesamtmenge an Emissionsrechten zugeteilt. Eine Minderzuteilung an Emissionsrechten gegenüber der aktuellen Mittelfristplanung würde zusätzliche Erzeugungskosten durch zuzukaufende Emissionsrechte verursachen beziehungsweise eine Anpassung der Einsatzplanung bedingen.

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zielt auf die Erreichung eines europaweit vergleichbaren "guten Gewässerzustands" bis 2015 ab. Bei extensiver Auslegung der WRRL besteht die Gefahr eines gesetzlich vorgeschriebenen, erheblichen Rückgangs der Wasserkraftproduktion in Österreich. Ihre Auswirkung auf die Wasserkrafterzeugung der VERBUND-Austrian Hydro Power AG (AHP) wird maßgeblich von der Form der Umsetzung auf nationaler Ebene abhängen. In Anbetracht der herausragenden Bedeutung der Wasserkraft für die umweltfreundliche Stromproduktion und Versorgungssicherheit läßt das neue Wasserrechtsgesetz eine weitgehende Abfederung von allfälligen negativen Auswirkungen auf die Wasserkrafterzeugung in Österreich zu. Insbesondere die Ausweisung von erheblich veränderten Wasserkörpern und die Ausgestaltung der konkreten Kriterien in Güteverordnungen werden dafür bestimmend sein. Beides hat durch den Gesetzgeber bis Ende 2004 zu erfolgen.


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